
Geschichten von Unternehmen sind oft nicht sehr unterhaltsam und spannend. Trotzdem verbergen sich hinter jeder trockenen Jahreszahl und hinter jedem Namen Schicksale, Träume, Mut, Verzweiflung, Hoffnung, Freude und ... ja und vor allem der Glaube an den Erfolg.
Der messnerische Grundstein und eine Geburt
Jede Geschichte hat natürlich einen Anfang. Unsere beginnt im Jahre 1934. In diesem Jahr wurde von Alfred Messner und seiner Frau Rosa mit der Pachtung der Landwirtschaft „Benisch“ in Stainz der Grundstein des steirischen Familienunternehmens gelegt. Hier betrieb das Ehepaar neben der Landwirtschaft auch eine Metzgerei. 1935 erblickte Sohn Alfred das Licht der Welt.
Schnaps als Zahlungsmittel
1936 kauften Alfred und Rosa Messner für ihre Metzgerei das Haus „Herunter“ am Hauptplatz 16 in Stainz. Das besondere daran war die Bezahlung: 2/3 in barer Münze und 1/3 in Schnaps.
Harte Zeiten und ein Neubeginn
Die Jahre bis 1946 waren von enormen Startschwierigkeiten, viel Arbeit und den Kriegswirren des 2. Weltkrieges und geprägt. 1946 kehrte der 1940 eingerückte und in Russland lange als vermisst geltende Alfred Messner aus dem Krieg nach Stainz zurück, krempelte seine Ärmel hoch und begann mit der Metzgerei völlig neu.
Alles zu Fuß. Alles mit der Hand
Es kristallisierte sich rasch heraus, dass die Stärke der Familie in der Wurstproduktion lag. In dieser Zeit musste alles von eigener Hand gemacht werden: der Viehtransport, die Schlachtung, die Verarbeitung und schlussendlich der Verkauf. Wobei der Viehtransport ausschließlich per pedes stattfand. Das heißt, die Tiere mussten zu Fuß von den Höfen abgeholt und zur Schlachtung geführt werden.
Die flexiblen Öffnungszeiten der Rosa Messner
Für den Verkauf im eigenen Geschäft war Rosa Messner zuständig, die auf „flexible“ Öffnungszeiten an Samstagen und Sonntagen setzte. Nach der Einführung des Verkaufverbotes an Sonntagen wurde die Ware bereits am Samstag verkauft und am Sonntag abgeholt. Eine nicht nur in der Produktion sehr innovative Familie.
Die 50iger Jahre und zwei Automobile
In den 50iger Jahren wurde nicht nur das erste firmeneigene Schlachthaus errichtet sondern auch die ersten fahrbaren Untersätze, ein Steyr 30 und ein „Morris Minor“ angeschafft.
Diente der Steyr 30 unter der Woche zum Schweinetransport und an Sonntagen für Familienausflüge so wurde mit dem „Morris Minor“ der erste erfolgreiche Fahrverkauf nach Graz, Voitsberg, Köflach und das gesamte Rosental gestartet. So kamen diese Städte und Regionen schon sehr früh in den Genuss von Fleisch und Würsten aus dem Hause Messner.
Ein Meister, eine Hochzeit, ein Teilhaber und zwei Söhne
Alfred Messner jun., der 1959 seine Meisterprüfung in Graz ablegte, heiratete 1967 Elfriede Reiter, deren Eltern die Besitzer der Fleischerwerke Reiter waren.
Kurz nach der Hochzeit wird der junge Ehemann Teilhaber im elterlichen Betrieb. 1969 erblickt der erste Sohn von Alfred und Elfriede Messner das Licht der Welt. Seine Name: Alfred. Bruder Rudolf folgt 1971.
Die Brüder Alfred und Rudolf
Alfred besuchte die Handelsakademie und absolvierte anschließend die Fleischerlehre im elterlichen Betrieb und die Fleischtechnikerschule in Kulmbach. Als geprüfter Fleischtechniker arbeitet er seit 1992 im elterlichen Betrieb.
Rudolf besuchte nach der Handelsakademie ein zweijähriges Fremdenverkehrskolleg in Bad Hofgastein. Nach zwei interessanten Jahren im Catering-Unternehmen Do&Co in Wien arbeitete Rudolf von 1995 bis 2008 ebenfalls im Betreib seiner Eltern mit.
Investition. Expansion
Der unaufhaltsame wirtschaftliche Aufschwung des Unternehmens spiegelt sich in wohldurchdachten Investitionen und gezielten Expansionbestrebungen wider, die unter anderem durch den sinnvollen Ankauf von div. Liegenschaften in und rund um Stainz realisiert wurden.
38 Jahre bis in die Lastenstraße
Seit 1960 wurde das erste Expedit X-mal verändert, vergrößert und neu gebaut. Das schlussendlich in der Lastenstraße 1998 neu errichtet Expidit entsprach der neuesten Technik und wird bis heute laufend an die neuesten Technologien und Erkenntnisse angepasst.
Schön, dass sich Alfred und Rosa Messner in Stainz niedergelassen haben
Heute ist Messner ein innovatives, erfolgreiches steirisches Unternehmen, das hochqualitative Fleisch- und Wurstspezialitäten herstellt, die in dieser Form ohne die jahrzehntelange Erfahrung und Entwicklung kaum den Gaumen des Genießers derart erfreuen könnten.
Wenn Sie also gerade die köstlichen, herzhaft guten Wurst- und Fleischspezialitäten von Messner genießen, sollten Sie einen Wimpernschlag lang auch daran denken, dass sich dahinter nicht nur eine jahrzehntelange Geschichte verbirgt sondern auch Menschen, die für diesen Erfolg hart gearbeitet haben.
